Muhammad al-Bissati: Häuser hinter den Bäumen
Roman aus Ägypten
Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich


An einem brütend heissen Markttag ist Mussaad, ein Metzger in einer Provinzstadt im Nildelta, im Gewühl des Suks unterwegs zum Laden seines Kollegen Barakat, um den Kopf von dessen Sohn Âmir zu verlangen. Drei Tage zuvor hatte er den jungen Mann, der wegen der Gewalttätigkeit seines Vaters praktisch bei ihm aufwuchs und sein Ziehsohn wurde, zusammen mit seiner Frau Saadîja ertappt. Die ganze Stadt weiss um das Drama und hält den Atem an – in Erwartung, dass Mussaad beide umbringen wird, um seine Ehre wiederherzustellen.

Zu Hause bewacht unterdessen Mussaads Schwester ihre Schwägerin, eine Fremde, die während des Sueskriegs als Flüchtling in die Stadt kam und auf die sie wegen ihrer aussergewöhnlichen Schönheit und Ausstrahlung eifersüchtig ist. Dreist bemächtigt sie sich umgehend der Kleider und des Schmucks der Todgeweihten.

Muhammad al-Bissati ist ein genauer Beobachter und eleganter Erzähler, der es glänzend versteht, die Spannung von Anfang bis Ende aufrechtzuerhalten. Nie ist er anklagend, nie moralisch – im Gegenteil: Er hat viel Verständnis für die Nöte seiner Figuren, Frauen und
Männer, die gleichermassen unter sexuellen Frustrationen, Armut und gesellschaftlichen Zwängen leiden.


Pressestimme

»Mit einer bedingungslosen Zurückhaltung, die sich nirgends ein Urteil erlaubt, setzt der Autor seine Charaktere ins Spiel, so dass der Leser, von ihrer stumm gelebten Not unmittelbar berührt, fast unweigerlich mitten ins Geschehen gezogen wird.«

Neue Zürcher Zeitung


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151 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag
€ 16.50, sFr. 29.80

ISBN 978 3 85787 361 4

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