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Ibrahim al-Koni: Die Magier
Das Epos der Tuareg
Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich
Ein Nomadenstamm lagert
in der Wüste im Südosten Libyens bei einem Brunnen - schon
zu lange, länger als die nach dem Gesetz der Wüstenbewohner
erlaubten vierzig Tage. Eines Tages treffen Flüchtlinge aus dem
Süden ein und bitten, in der Nähe des Lagers siedeln zu dürfen.
Der Stammesführer gewährt es, und der uralte Konflikt zwischen
Nomaden und Sesshaften bricht erneut aus. Die Fremden missbrauchen das
Gastrecht und beginnen mit dem Bau einer Stadt nach dem Muster des legendären
Timbuktu, aus dem sie geflohen sind, um ihrem Schicksal zu entgehen.
Mehr noch: Sie handeln mit Gold, dem unheilvollen Metall, und bringen
die neue Stadt, genannt Waw, das verlorene Paradies, zu ungeahnter Blüte.
Gleichzeitig berauben sie den Stamm seiner Lebensader, indem sie den
Brunnen in die Stadt integrieren.
Die einstigen Nomaden erliegen fast ausnahmslos den Verlockungen des
komfortablen städtischen Lebens. Doch schliesslich werden sie zusammen
mit den Bewohnern der Stadt vernichtet. Das Innehalten bei der Wanderung
des Lebens bleibt nicht ungesühnt.
Die Magier ist das Hauptwerk des libyschen Autors Ibrahim al-Koni.
Ein gewaltiges Epos, das Geschichte und Mythos, Weisheit und Tradition,
Denken und Handeln einer der grossen, in ihrer Existenz bedrohten Nomadenkulturen
der Welt festhält. Ein Werk mit der Kraft antiker Epen, verbunden
mit neuzeitlicher Romantradition.
Pressestimmen
»In der Wüste ist jede Grenze willkürlich, und die Nomaden,
die ständig weiterziehen, missachten sie bewusst. al-Konis nomadisierende
Prosa braucht die Bereitschaft, sich auf diese Entgrenzung einzulassen.
Gelingt dies aber, so erschliessen sich ungeahnte und mitunter tatsächlich
magische Dimensionen von Literatur.«
Wiener Zeitung
»Wer schon einmal in der Sahara war, wird diesen Roman mit grösstem
Vergnügen lesen. Er wird diese Welt, die vor lauter Licht und Schönheit
manchmal zu explodieren scheint, aufs neue aufleuchten sehen. Wer die
Sahara nicht kennt, wird sie in diesem Buch kennenlernen. Eine Welt,
in der sich Wirklichkeit und Unwirklichkeit durchdringen wie Wachsein
und Traum. Es ist ein grosses Buch, ein Stück Weltliteratur.«
Aargauer Zeitung
»Reizvoll ist insbesondere auch, dass der Roman sehr präzis
eine Kultur mit zum Teil völlig fremden Vorstellungen beschreibt,
deren Fragestellungen aber durchwegs als universell erscheinen. Die
Wüste wird so zur Metapher für das Leben überhaupt. Die
Wüste ist letztlich aber auch al-Konis heimliche Hauptfigur: ein
poetisch grandios evozierter Schauplatz, den der alles versengende Südwind
zur Hölle macht, der dem Menschen aber auch seine erhabene Stille
und seine paradiesische Schönheit offenbart.«
Der Bund
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Lenos Pocket 152
832 Seiten, broschiert
€ 22.–, sFr. 29.80
ISBN 978 3 85787 752 0
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