Ibrahim al-Koni: Die Puppe
Roman aus der Sahara
Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich
Die Wüste folgt anderen Gesetzen als die Stadt. Die Sesshaften
müssen die Vermächtnisse der Ahnen aus der Zeit der Wüstendurchquerung
vergessen. Oder dürfen sie das nicht?
Der Konflikt ist Thema in Ibrahim al-Konis Roman Die Puppe,
der, zweiter Teil einer Trilogie, die Geschichte der Verheissenen
Stadt fortsetzt. An deren Ende steht die Stadt, Heimstätte
für den einstigen Nomadenstamm und Magnet für Menschen von
nah und fern. Die Jungfrau des Heiligtums, das über den sterblichen
Überresten des Stammesführers errichtet wurde, überbringt
von diesem die Lehren der Ahnen.
Doch die Menschen wollen keinen toten Führer, sondern einen aus
Fleisch und Blut. Sie wollen keine rätselhaften, fertigen Antworten
aus dem Unsichtbaren, sondern einen Führer, der, einmal gewählt,
manipulierbar ist und vornehmlich dazu dient, ihre Interessen zu rechtfertigen.
Und wenn er das nicht tut? Wenn er es ablehnt, eine Puppe zu sein? Dann
ist der Konflikt programmiert.
Die Puppe ist ein Roman über das, was täglich in
der Zeitung steht: die Erwartungen von Menschen an ihre politische Führung;
die Forderung, das eigene Gewinnstreben ohne moralische Fesseln durchsetzen
zu können; der Wunsch, traditionelle Bindungen abzuwerfen oder
eben an ihnen festzuhalten.
Pressestimme
»Ein Autor, der gleich mehrere Stile der Weltliteratur des 19.
und 20. Jahrhunderts in solcher Vollendung beherrscht, dass man ihm
eigentlich ohne Umschweife den Nobelpreis verleihen müsste.«
Freitag
___
166 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag
€ 18.50, sFr. 32.–
ISBN 978 3 85787 389 8
» Bestellen
» Zurück |
 |