| Ibrahim al-Koni: Meine Wüste
Erzählungen aus der Sahara
Herausgegeben und aus dem Arabischen übersetzt von Hartmut Fähndrich
Dem
konventionellen Denken über die Wüste sind Oasen Paradiese.
Das Paradies des Ibrahim al-Koni sieht anders aus. Ihm ist die Wüste
Paradies, »Oase der Ewigkeit«, »ein Haus mit Wänden
aus Nichts«, »dem Körper ein verlorenes, der Seele
ein lebendiges Paradies«, »ein Paradies aus Nichts«.
Dem Tuaregschriftsteller ist die Wüste also nicht einfach ein vegetationsloses
oder sehr vegetationsarmes Gebiet mit vielleicht da und dort etwas Wasser
und sicher überall Geröll, Kies, Sand, Staub. Ihm ist Wüste
ein Reich der Symbole oder, weiter gefasst, ein Raum, in dem alles Symbol
ist, in dem an jedem Ding ein Mythos hängt. Jedes Pflänzchen
und jede Pflanze, jedes Tierchen und jedes Tier, jedes Sandkorn und
jeder Fels weisen hier über sich hinaus. Selbst die Steine sind
nicht bedeutungs-, denn das hiesse mythoslos, auch die sich verschiebenden
Sandhügel nicht und natürlich auch nicht die Weite und die
Leere. Und des Menschen Leben ist nichts anderes als die Durchquerung
dieses ungastlichen, aber Hoffnungen weckenden Raumes, eine Wanderung
ohne Ende, denn Stillstand wäre Knechtschaft.
Pressestimmen
»Ein Autor, der gleich mehrere Stile der Weltliteratur
des 19. und 20. Jahrhunderts in solcher Vollendung beherrscht, dass
man ihm eigentlich ohne Umschweife den Nobelpreis verleihen müsste.«
Freitag
»Die Aphorismen und Erzählungen eignen sich hervorragend als Kostprobe für Einsteiger in al-Konis Wüstenwelt.«
Neue Zürcher Zeitung
www.litprom.de
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Lenos Pocket 106
207 Seiten, broschiert
€ 12.90, sFr. 18.–
ISBN 978 3 85787 706 3
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