Salim Bachi: Der Hund des Odysseus
Roman aus Algerien
Hussain, Student und kurzzeitig Nachtportier in einem dubiosen, von
zwei frommen Brüdern geführten Hotel, irrt durch die Strassen
von Kirtha, einer imaginären Stadt in Algerien mit dem Namen der
alten numidischen Hauptstadt und deutlichen Zügen von Algier, Constantine
und Annaba.
Auf seiner Odyssee nimmt die Stadt, Quelle des Imaginären, der
Erinnerung und der Emotionen, den desillusionierten jungen Mann, wie
die meisten seiner Generation ohne Perspektive, ohne Arbeit und Geld,
mit ihren Mythen und ihrer wechselvollen Geschichte gefangen, konfrontiert
ihn mit der alltäglichen Gewalt. Nicht genug: Sie lässt ihn
auch in seinen erotischen Phantasien und in den Lebensgeschichten von
Freunden und Kollegen umherirren, beispielsweise derjenigen seines Kommilitonen
Saif, der dem Angebot des Geheimdiensts, das Studium zu unterbrechen
und Terroristenjäger zu werden, nicht widerstehen konnte.
Salim Bachis Erstling ist ein in jeder Beziehung aussergewöhnliches
Werk. Dem Autor gelingt das Kunststück, die Seele eines Landes
und eines Volkes einzufangen. Meisterlich bewegt er sich zwischen Mythos,
Geschichte und repressiver Gegenwart. Er beherrscht die polyphone Erzählweise,
besticht durch stilistische Vielfalt und das Abtauchen in phantastische
Abgründe.
»Mit seinem ersten Roman hat der 1971 geborene Salim Bachi viel
gewagt und viel gewonnen. Wenn uns nicht alles täuscht, hat die
an grossen Schriftstellern nicht gerade arme algerische Literatur wieder
einmal einen neuen, vielversprechenden Namen vorzuweisen.« - Neue
Zürcher Zeitung
»Was den Hund des Odysseus gegenüber
vielen sozialkritischen Texten aus dem Maghreb auszeichnet, ist seine
erzählerische Vielschichtigkeit. Bachi beherrscht den Stil des
realistischen Berichts wie den der psychologisch subtilen Detailzeichnung;
surrealistische Passagen wechseln mit magischer Poesie.« - Basler
Zeitung
Mehr Informationen zu Salim Bachi finden Sie in unserem Autorenverzeichnis.
---
Aus dem Französischen von Michael von Killisch-Horn
Mit einem Nachwort von Regula Renschler
249 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag
CHF 36.–/EUR 19.90
> Zurück
|
 |