Ulrich Becher: Abseits vom Rodeo

Novelle


Ein Nachmittag im Spätsommer 1970, der Ort ist New York: Eben hat sich Harry Neuwinter, 25, deutscher Austauschstudent, in eine kleine Bar retten können. Hinter ihm her sind aufgebrachte Vertreter der »Schweigenden Mehrheit«. Diese wollen sich auf Manhattans Strassen nicht die Anti-Vietnamkriegs-Demonstration ansehen, der sich Neuwinter angeschlossen hat, sondern das alljährliche »Rodeo«. Und er hat sich kaum in der Bar niedergelassen, als die nostalgischen Wildwestspiele auch schon beginnen. Nun muss Harry vorerst mal in »Old Child’s« ausharren – wo er, wie er bald bemerkt, in eine seltsame Runde geraten ist. Eine rätselhafte Frau gehört dazu, die sich später seiner annehmen wird. Und zwei blinde Kriegsveteranen (einmal Korea, einmal Vietnam). Die Redeschlacht der zwei ist mehr als bloss grotesk.
Harry Neuwinter wird, sobald der Rodeolärm abgeklungen ist, die Bar verlassen, zusammen mit dieser rätselhaften Frau. Deren Namen hat er bisher einfach nicht richtig verstehen können. Er hat auch anderes nicht mitgekriegt. Bis ihm, dem unverhofft Verliebten, ein Auge aufgehen wird. Wenn auch zu spät.

 

Pressestimmen

»Die Atmosphäre auf der Strasse und in der Kneipe wie auch Harrys Phantasieprojektionen in dem für ihn ein wenig unheimlichen Lokal überzeugen ebenso wie die erstaunlich bis in den Tonfall treffsichere deutsche Wiedergabe amerikanischen Slangs. Bechers Stil hat Drive, sozusagen: fein beobachtete Details, kritische Reflexion, Erinnerungen, Phantastik werden oft überraschend witzig ineinandergewoben.«

Neue Zürcher Zeitung

»Ulrich Becher, der selbst lange Jahre in den USA verbrachte, erzählt knapp, im Stil der grossen amerikanischen Prosa mit virtuoser Beiläufigkeit und verbindet dadurch tragische und komische Elemente zu einer fesselnden Mischung.«

Münchner Merkur

»Becher betreibt ein anspielungsreiches, von Gedankensprüngen durchsetztes Spiel mit Erzählperspektiven, mit Gewissem und Ungewissem, gibt dem Logischen immer wieder einen fein ausgesteuerten Dreh ins Unlogisch-Absurde. Grenzen der Wahrnehmung (und der Sprache) mal beinahe philosophisch, mal listig aufdeckend. Das ist intelligent und witzig – und dazu von allerfeinster Sprachkunst.«

Der kleine Bund


___


93 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag
€ 12.50, sFr. 22.–
ISBN 978 3 85787 210 5

» Bestellen

» Zurück

» Home