Ulrich Becher/George Grosz: Flaschenpost

Geschichte einer Freundschaft

Herausgegeben von Uwe Naumann und Michael Töteberg


Der lebenslangen Freundschaft zwischen Ulrich Becher und George Grosz verdanken wir eine umfangreiche Korrespondenz. Sie ist nicht nur das Dokument einer Freundschaft, bringt nicht bloss Selbstzeugnisse zweier eigenwilliger Künstler, sondern bietet darüber hinaus exemplarisch Einblick in die Exilsituation und spiegelt die heftigen Kontroversen zwischen den Emigranten.

Grosz wählte sich bewusst einen Briefpartner, mit dem er sich austauschen konnte – über Fragen des künstlerischen Selbstverständnisses, aber auch über politische Fragen. Höflich-belanglose Konversation bleibt in diesen Briefen auf Nebensätze beschränkt. Es geht um den Versuch, die eigene Position in schwierigen Zeiten zu bestimmen. Und noch hinter provokanten Bemerkungen und scheinbar zynischen Kommentaren wird das Erschrecken über den faschistischen Terror und die Erfolge des Hitler-Regimes deutlich.

Ein anerkannter Künstler der sozialen Anklage (Grosz) und ein junger Schriftsteller, der eben erfolgreich debütiert hat (Becher), fallen plötzlich aus dem kulturellen Kontext heraus und müssen sich in der Fremde neu orientieren. Das eigentliche Thema ist die Isolation und Gefährdung des Künstlers in düsterer Zeit.

Der Briefwechsel umfasst die Jahre 1932 bis 1959.

 

Pressestimmen

»Die Korrespondenz, von den Herausgebern aufschlussreich eingeleitet und kommentiert, enthüllt nicht nur die ideologischen Kontroversen einer Epoche, sondern zugleich das ›Innenleben des havarierten Europäers der Jahrhundertmitte‹.«

Süddeutsche Zeitung

»Dem Leser, der Leserin erschliesst sich ein Mikrokosmos zweier scharfer, satirischer Beobachter und über sie der Makrokosmos der Welt, in der die beiden leben. Ob es um Zeichnungen Grosz’, um ein Theaterstück Bechers oder um das Werk oder Schicksal eines befreundeten Künstlers geht, immer spürt man in den Aussagen das Allgemeingültige, den Blick über das zufällige Einzelne hinaus, aber gefasst in den Tonfall des persönlichen Verstehens, der die Analyse so viel menschlicher macht als Sätze aus dem Geschichtsbuch.«

Der kleine Bund

»Im Ton und der berlinerisch-witzigen Schärfe oft von Tucholskyscher Sprachartistik, sind Ulrich Bechers Briefe zugleich freundschaftlicher Zuspruch und Selbsterforschung inmitten von Zweifel und Verzweiflung.«

Die Presse


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431 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag
€ 24.95, sFr. 46.–
ISBN 978 3 85787 186 3

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