Mahi Binebine: Die Engel von Sidi Moumen

Roman aus Marokko

Aus dem Französischen von Regula Renschler


Jaschin erzählt die Geschichte seines Lebens – und wie er es beendete. Mit acht Brüdern wächst er in Sidi Moumen auf, einer Barackensiedlung vor den Toren Casablancas. Den Tag verbringt er mit den »Etoiles«, seinen Freunden im örtlichen Fussballklub. Die Buben schlagen sich mit allerlei Gelegenheitsarbeiten durch: Sie durchwühlen die Abfallberge und verkaufen das Brauchbare, putzen Schuhe von Touristen, stehlen auch mal und prügeln sich. Der Fussball ist einer der wenigen Lichtblicke in ihrem Leben.
In dieser Lage kommt Abu Subair gerade recht: Er unterstützt die Jungen mit Geld und Jobs. Sie freunden sich mit ihm an und lauschen seinen Einflüsterungen. Abu Subair verheisst ihnen das Paradies, dessen Pforte ganz nahe sei – was hätten sie denn schon zu verlieren? Angesichts von Armut und Gewalt, von unerfüllten Träumen, von Enttäuschungen, Wut und Trauer hat der Fanatismus der bärtigen Extremisten leichtes Spiel.
Inspiriert von der Geschichte um die Attentäter von Casablanca vom 16. Mai 2003, hat Mahi Binebine einen Roman voller Humor und voller Tragik geschrieben, der zum Nachdenken anregt.

Die Engel von Sidi Moumen wurde 2010 mit dem Prix du Roman arabe und dem Prix littéraire de La Mamounia ausgezeichnet und 2012 vom französisch-marokkanischen Regisseur Nabil Ayouch unter dem Titel Les Chevaux de Dieu verfilmt.

 

Pressestimmen

»Ein tragischer und schimmernder Roman, voll mit üblen Streichen und stillen Dramen, Irrfahrten, Strassenstaub, Treue und Verrat.«

Radio France

»Binebines Roman verbindet Sachinformation mit literarischer Fiktion und lässt den Leser hautnah miterleben, was im Kopf eines jungen Mannes vorgeht, der sich schliesslich im Namen einer missbrauchten Religion für einen Kampf opfert, dessen Drahtzieher im Hintergrund bleiben. So eindringlich ist das bisher selten gestaltet worden.«

Valentin Herzog, Basler Zeitung

»Ein eindrücklicher Roman, der trotz aller Tragik die Leichtigkeit, die Verschmitztheit und den Witz von Jugendlichen nie verliert.«

Renata Schmid, kulturtipp

»Doch die Hölle, das zeigt Binebine, ist nicht zwingend traurig.«

Deutschland Radio

»Die Engel von Sidi Moumen berührt, ergreift, erheitert und lässt verzweifeln.«

Tribüne Afrikas

»Binebines Roman ist nicht nur eine Anklage des Extremismus, der in der Gestalt von freundlichen Imamen und Emiren auftritt und Jugendliche zu fatalen Taten führt. Er ist auch eine Anklage an einen Staat, der die Augen verschliesst vor den unhaltbaren Umständen in den Bidonvilles.«

Jonas Schmid, Amnesty

»Mahi Binebine hat ein sehr packendes Buch geschrieben, spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Und ganz nebenbei beweist er, dass schwierige Lebensumstände der womöglich beste Grund sind, auf dem grosse Literatur gedeihen kann.«
Westdeutscher Rundfunk

»Der Tod wiegt dort nicht schwer; für diese jungen Männer ist es ein kurzer Weg von hier nach drüben.«

Neue Zürcher Zeitung

»Binebine erzählt realistisch und nicht ohne Humor vom Elend, von der Hoffnungslosigkeit und vom Überlebenskampf zwischen Müll und Fussball.«

Deutsch-Maghrebinische Gesellschaft

»Binebine ist es gelungen, eine sehr dichte, leise und berührende Erzählung aus der Perspektive eines Beteiligten zu formen, die dem Leser behutsam eine andere Welt aufschliesst.«

Der Evangelische Buchberater

»Ein erschütternder, genau recherchierter Roman über marokkanische Jugendliche, die von skrupellosen Islamisten in ein Selbstmordkommando getrieben werden.«

Buchprofile/Medienprofile

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157 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag
€ 14.50, sFr. 18.–
ISBN 978 3 85787 415 4

157 Seiten, Softcover

€ 14.50, sFr. 18.–

ISBN 978 3 85787 447 5

E-Book

€ 12.99

ISBN 978 3 85787 905 0

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