| Jacques Chessex: Der Kinderfresser
Roman
Aus dem Französischen von Marcel Schwander
»Den Vater vernichten. In ein Häufchen Asche am Grunde einer
Urne auflösen. Wie Sand. Staub, namenlos und ohne Stimme.«
Am Tag der Kremation seines Vaters durchströmt Jean Calmet, Lateinlehrer
in Lausanne, ein Gefühl der Erleichterung, mehr noch: der Befreiung.
Endlich ist der vor Leben strotzende Koloss, der seine Jugend zerstört
hatte, gebannt. Einst hatte der Patriarch die ganze Familie beherrscht,
seinen Sohn verhöhnt und gedemütigt, um die eigene Macht und
Potenz zu demonstrieren. Ja, er war selbst nicht davor zurückgeschreckt,
Jeans erste zarte Jugendliebe zu verführen.
Doch das Gefühl ist trügerisch: Der Vater ist nicht tot. Das
Bild seiner übermächtigen Gestalt verfolgt den Sohn unerbittlich
überallhin, nimmt immer monströsere Züge an und raubt
ihm schliesslich jede Lebenskraft.
Chessex’ berühmtes sprachgewaltiges Werk, »eines der bedeutendsten
psychologischen Erzählwerke gegenwärtiger Sprachkunst«
(Die Tat), wurde virtuos von Marcel Schwander ins Deutsche
übertragen.
Pressestimmen
»Ein glänzend geschriebenes Buch von fast unerträglicher
Spannung, die nicht aus äusseren Komponenten, sondern aus abgründigen
Tiefen menschlicher Erfahrung erwächst.«
Salzburger
Nachrichten
»Der Kinderfresser, der Roman, mit dem Jacques Chessex als erster (und bis heute einziger) Schweizer 1973 den Prix Goncourt errang, schildert expressiv den Kampf des Lehrers Jean Calmet gegen seinen Vater. Als er sich in der Liebe endlich befreien zu können meint, bleibt er vor dem ›Kinderfresser‹ als kläglicher, impotenter Versager zurück.«
St. Galler Tagblatt
»Chessex’ Roman gehört zu jenen Büchern, die einen ihrer Aussagekraft wegen beunruhigen und nicht mehr loslassen.«
Solothurner Zeitung
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Lenos Pocket 136
248 Seiten, broschiert
€ 9.95, sFr. 15.–
ISBN 978 3 85787 736 0
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