Hassan Dawud: Tage zuviel
Roman aus dem Libanon
Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich
Alt werden ist schwierig. Sehr alt werden noch schwieriger. Ab einem bestimmten
Alter hat man sich selbst überlebt, sowohl in den eigenen wie auch
in den Augen der anderen. Und je mehr die eigenen Körperkräfte
und -funktionen nachlassen, desto mehr wächst die Abhängigkeit
von anderen, verringert sich die Möglichkeit, Druck oder Herrschaft
auszuüben, und wächst schliesslich das Gefühl der Hilflosigkeit,
dann der Erniedrigung.
94 Jahre ist er, der Mann, der in Tage zuviel sein Leben erzählt,
erinnert, reflektiert. Ein Leben, aus dem er sich am Ende sozusagen als
Wickelkind verabschiedet. Ein Patriarch fällt, ein Autokrat muss
feststellen, dass er dahingeht. Doch er geht nicht kampflos. Er rebelliert:
gegen die Tücken des Alters, die Schwächen des Körpers,
die Launen des Gedächtnisses, die Gleichgültigkeit seiner Kinder
und die Bosheiten seiner Enkel. Und er rächt sich, solange er noch
dazu imstande ist, indem er »Überlebensstrategien« entwickelt,
die Umgebung tyrannisiert und die Familienmitglieder gegeneinander ausspielt.
Tage zuviel ist der vielfach unterbrochene Gedankenfaden eines
alten Mannes, der Blick auf ein vergehendes Leben, veröffentlicht
1990, als sein Autor noch nicht halb so alt war wie seine Figur.
Pressestimme
»Hassan Dawud ist mit diesem Roman das starke Porträt eines alternden Mannes gelungen, der allmählich aus seiner Welt gedrängt wird und sich diesen Veränderungen hilflos ausgesetzt sieht.«
saemann
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187 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag
€ 18.90, sFr. 34.–
ISBN 978 3 85787 329 4
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