Marie-Claire Dewarrat: Der Winter des Kometen
Roman

Aus dem Französischen von Margrit von Dach

Es ist kurz vor Weihnachten 1910, als der Halleysche Komet am Himmel zu beobachten ist. Albert-Maxime und seine zwei Schwestern sollen aus dem Internat nach Hause zu ihrem verwitweten Vater Julien Carême und der Haushälterin Marthe zurückkehren. Doch Albert-Maxime verunglückt tödlich, und das zuvor behagliche Leben auf dem abgelegenen Hof erstarrt in eisiger Kälte. Carême, der als Frohnatur gilt, wird abweisend und einsilbig. Der tiefe Schmerz der Trauer wandelt sich zunehmend in Hass auf das Dasein und alles, was lebendig ist. Vor allem sein Versäumnis, dem Sohn zu Lebzeiten seine Liebe offenbart zu haben, treibt ihn an den Rand des Wahnsinns. Eines Tages erschiesst er sogar seinen Hund, um ihn als Botschafter in das Reich der Toten zu schicken.

Der Roman besticht durch die exakten Beobachtungen ländlicher Lebensformen und jahreszeitlicher Landschaftsstimmungen, die gleichzeitig ein Spiegel der inneren Gemütszustände des Protagonisten sind. Der strenge Winter, Feste und Rituale wie das Schlachten eines Schweins oder das bunte Treiben des Karnevals erscheinen nicht mehr selbstverständlich und werden durch den Schmerz intensiviert. Erst mit dem Herannahen des Frühlings erwacht auch Carême langsam aus seiner Erstarrung.

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220 Seiten, broschiert
sFr. 19.–

ISBN 978 3 85787 684 4
Lenos Pocket 84

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