Ghassan Kanafani: Männer in
der Sonne
Roman aus Palästina
Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich
Als die Palästinenser 1948 aus ihrer Heimat vertrieben wurden, verliessen
sie diese mit gebeugtem Haupt. Und so verharrten sie jahrelang, unfähig,
das Geschehene zu bewältigen. Erst Mitte der sechziger Jahre begannen
sie sich zu wehren, im Handeln ihr Selbstbewusstsein wiederherzustellen.
Im Roman Männer in der Sonne schildert Ghassan Kanafani
diese beiden Etappen palästinensischer Existenz: Lähmung und
beginnende Selbstbesinnung; er beschreibt Palästinenser, die die
Vertreibung ihres Volkes miterlebt haben und daran leiden.
Drei Palästinenser wollen sich von einem vierten in einem leeren
Wassertank aus dem Irak nach Kuwait schmuggeln lassen – weit weg
von der »Hölle« der Flüchtlingslager und der Armut
ins »Paradies« des aufstrebenden Ölstaates. An der Grenze
wird der Fahrer
wider Erwarten aufgehalten. Der durch die sengende Sonne inzwischen zum
Dampfkochtopf aufgeheizte Wassertank wird zum elenden Grab der drei Männer:
sie verschmachten jämmerlich. Die Fahrt ins erhoffte Paradies endet
tödlich, denn die Passagiere wagen nicht einmal, von innen an die
Tankwand zu klopfen.
Pressestimme
»Kanafani war ein meisterlicher Erzähler, der eine tiefe Zuneigung
zu seinen Menschen – gewöhnlichen Helden des Alltags –
auf hinreissende Art mit der Erkenntnis über die Schicksalhaftigkeit
ihrer Entscheidungen zu verknüpfen verstand.«
die tageszeitung
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Lenos Pocket 113
95 Seiten, broschiert
€ 8.80, sFr. 16.–
ISBN 978 3 85787 713 1
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