Abdalhakim Kassem: Die sieben Tage des Menschen
Roman aus Ägypten
Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich

Am Ende muss die Büffelkuh verkauft werden, die lange Jahre die Familie üppig mit Milch versorgt und das Schöpfrad gedreht hat. Nun hat sie sich das Bein gebrochen und ist nicht mehr zu gebrauchen. Ähnlich scheint es den Mitgliedern der Runde, den Brüdern der mystischen Gemeinschaft, zu gehen, die ein Leben miteinander geteilt haben. Am Schluss des Buches ist ihre Zeit abgelaufen: die Zeit, als sich die Männer allabendlich in Hagg Karîms Gästehaus einfanden. Die Zeit, als der feste Glaube an das Wirken des Heiligen, des Sajjid Achmad al-Badawi, das Leben meistern half. Die Zeit, als die Wärme der Gemeinschaft die Existenz jedes Einzelnen bereicherte. Die Zeit, als der Weltblick sich auf Dorf und Provinzhauptstadt begrenzte. Die Zeit schliesslich, als der Vater noch beinahe vorbehaltloses Vorbild war.
Der Roman hat seinen Autor auf einen Schlag berühmt gemacht. Die Kapitel sind gegliedert als Hinführung auf das grosse Fest, den Maulid (Geburtstag) des Sajjid Achmad al-Badawi in Tanta im Nildelta. Gleichzeitig verfolgen sie das Heranwachsen von Abdalasîs, Hagg Karîms Sohn. Das Buch ist ein Bildungsroman über ihn.
Die sieben Tage des Menschen ist eine der grossen Darstellungen traditionellen dörflichen Lebens und seines Umbruchs in der arabischen Literatur.

Pressestimme

»Sieben Stationen hat die Reise der heilsbedürftigen Gläubigen an Sajjid Achmad al-Badawis Grab und zurück ins Dorf; Kassem lässt Jahre dazwischen verstreichen, und so wird die Pilgerfahrt zur Reise durch die Zeit und zum Abschied von einer Lebensform. (…) Kassems Zuneigung gilt der menschlich reifen Botschaft des Sufismus, der viele Wege gelten lässt. Seine makellose Novelle ist ein Denkmal des religiösen Pluralismus.«

Neue Zürcher Zeitung


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279 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag
€ 22.50, sFr. 39.80

ISBN 978 3 85787 362 1

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