Walther Kauer: Tellereisen
Roman aus dem Bergell
Tellereisen: eine mörderische Raubtierfalle, aus der sich das gefangene
Tier nur befreien kann, wenn es sich die eigene Pfote abfrisst.
Walther Kauers gleichnamiger Roman erzählt die Geschichte des Journalisten
und Schriftstellers Martial, den es ins Bergell verschlagen hat. Im Auftrag
des Rundfunks recherchiert er in einheimischen Archiven über die
Historie des Bündner Tals zur Zeit des Dreissigjährigen Kriegs.
Von den Einheimischen als Fremdling angefeindet und unter den Nachwirkungen
einer unglücklichen Beziehung leidend, stürzt er sich mit Verbissenheit
in die Arbeit. Er stösst dabei auf die Geschichte einer Gruppe von
Aufständischen, die, einst bewundert, als Geächtete enden. Als
Ketzer angeklagt und verurteilt aufgrund von Schuldgeständnissen,
die unter brutalster Folter erzwungen wurden, werden sie schliesslich
hingerichtet.
Fasziniert vom Schicksal der Aussenseiter, gerät Martial zunehmend
in den Bann der Vergangenheit. Auch der Mythos über einen dreibeinigen
Wolf, der sich aus einem Tellereisen befreien konnte, lässt ihn nicht
mehr los. Martial nimmt die Sage in seinen Report auf, sieht er doch in
ihr ein Symbol für seine Situation. Gleichzeitig sondert er sich
mehr und mehr von der Dorfgemeinde ab, bis er schliesslich selbst zum
einsamen Wolf wird – gefangen in der eigenen Geschichte.
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Lenos Pocket 72
256 Seiten, broschiert
€ 9.95, sFr. 19.–
ISBN 978 3 85787 672 1
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